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Manila-Stühle für Märkische Gärten

Milower Unternehmer importiert Bambus-Möbel von den Philippinen

S. WitteMILOW (rik). „Ich habe da mal jemanden kennen gelernt, der hat das gemacht", antwortet Stefan Witte, fragt man ihn nach der Idee für sein Beschäftigungsfeld. Hinter der lapidaren Erklärung verbirgt sich ein unerhörter Beschluss: Witte fuhr bis auf die Philippinen, bevor er sich entschloss, das Geschäft tatsächlich einzugehen.
Möbel und Einrichtungsgegenstände aus Bambus vertreibt der Milower in seinem Unternehmenssitz Wolfsmühlen: Sitzgarnituren, Liegen, Kerzenständer, Aschenbecher und einiges anderes mehr. Der Großteil seiner Waren und das Rohmaterial, mit dem er arbeitet, stammen aus Naga-City, auf der philippinischen Hauptinsel Luzon gelegen, 450 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Die Art, wie das Geschäft entstand, klingt abenteuerlich: Nachdem sich Stefan Witte mit seinen Produzenten auf den Philippinen einig geworden war, suchte und fand er eine chinesische Reederei, die die Ware per Container über Singapur nach Hamburg verschifft. Gut 30 Tage ist der Bambus dann unterwegs. Nach der Verzollung im Hamburger Hafen kommt die Ware per Lastkraftwagen nach Milow. „Völlige Sonderanfertigungen dauern von der Bestellung bis zur Auslieferung mindestens zehn Wochen", so Witte.
Doch auch so ist fast jedes Teil ein Unikat. Der Grundaufbau stimmt zwar überein, doch die Verzierungen variieren völlig unvorhersehbar: „Es wird alles von Hand gefertigt. Die Bauern schnitzen dann oft, wie sie lustig sind", erklärt der Milower, der seine Aktivitäten auf den Philippinen durchaus als eine Art Wirtschaftshilfe ansieht: „Ich beziehe direkt vom Produzenten, ohne Zwischenhändler, und verzolle und deklariere alles so, wie es sich gehört. Meine Aufträge bedeuten für die Produzenten Arbeit für mehrere Monate." Bambus ist ein faszinierender Rohstoff; die zur Familie der Gräser gehörende Pflanze kann Höhen bis zu 3o Meter erreichen und wächst bis zu 60 Zentimeter an einem Tag. Entsprechend behandelt sind die Erzeugnisse extrem belast- und haltbar. Unter anderem hat Stefan Witte schon die Einrichtung für eine Gaststätte - inklusive Tresen - aus Bambus angefertigt. Manche Wünsche lassen sich allerdings noch nicht so verwirklichen, wie er es gerne hätte. Die Idee, ganze Betten an interessierte Kunden zu bringen, hat sich bislang noch nicht verwirklicht - aus einem einfachen Grund: „Die Asiaten sind kleiner als die Europäer, und ein Standardbett auf den Philippinen ist daher zu kurz für Deutschland", so Witte. Aber das will er auch noch klären.
S. Witte und D. Dahm im GesprächAuf ein jungfräuliches Terrain ist Witte nicht vorgestoßen. Holländische Firmen liefern auf Grund ihrer Kolonial-Vergangenheit in Fernost ebenfalls Bambusmöbel nach Europa. Der Unternehmer nutzt daher verschiedene Vermarktungsstrategien. Bei den verschiedensten Ausstellungen und Märkten stellt er seine Produkte vor. Neu ist der Internet-Shop auf seiner Website www.Bambooshop.de , mit dem er praktisch weltweit agiert. „Die Resonanz ist zweifellos da", schätzt er selbst ein und freut sich schon auf die nächste Reise zu seinen philippinischen Partnern Anfang kommenden Jahres: „Die wird auch immer mit ein bisschen Urlaub verbunden.
Quelle: BRAWO 11.12.2005 Foto: IBE Wodtke


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