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Imkerei in Wolsier muss Pläne nach Hinweisen des Kreisbauamtes ändern
WOLSIER • Eigentlich sollte es die erste größere öffentliche Veranstaltung in der Imkerei von Bill Neubüser werden. Noch vor zwei Wochen hatte der junge Kreistagsabgeordnete der PDS zu einem Work-Camp mit Hoffest eingeladen. Doch aus dem Angebot wird in der zunächst angedachten Form nichts. Das Bauamt des Landkreises Havelland hat Neubüser jegliche öffentliche Veranstaltung untersagt.
Hintergrund ist, dass auf dem Gelände umgebaut wird. Dafür benötigt Neubüser eine Baugenehmigung, die er auch beantragt hat. Die Baustelle umfasst allerdings das gesamte Gelände - und auf einer Baustelle, so Kreisbaudezernent Jürgen Goulbier, darf grundsätzlich keine öffentliche Veranstaltung stattfinden. Der Grund dafür seien Haftungsfragen. „Wenn wir als Behörde genehmigen, dann muss die Brandgefahr minimiert werden, es müssen Fluchtwege vorhanden sein und verschiedene andere Auflagen wären ebenfalls zu erfüllen." Dies, so Goulbier, sei in Einvernehmen mit Bill Neubüser so besprochen worden. Der Jung-Imker will das Fest allerdings nicht ins Wasser fallen lassen und lädt nun zu einer privaten Festwoche ein. Auf seiner Homepage www.havelland-imkerei.de lädt er dazu ein: „Aufgrund eines Hinweises der Unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Havelland muss ich leider das öffentliche Work-Camp und öffentliche Hoffest absagen! Als Alternative findet zur gleichen Zeit eine private Festwoche mit privater Geburtstagsfeier im Anschluss statt! Hierzu lade ich alle Freunde ein. Die Festwoche vom 1. bis 7. August beinhalte „gemeinsame Arbeit auf dem Lande, Übernachtung im Heu und Abende am Lagerfeuer". Außerdem im Programm der privaten Feier: Ziegen melken, Käse selber machen, Lehmsauna bauen und nutzen, Naturzäune errichten, in den Bienenstock schnuppern und Naturpark sowie Havel erkunden.
Wie Kreisbaudezernent Jürgen Goulbier dazu ausführt, könne Neubüser als Privatperson ohne Genehmigung einladen. „Er trägt ja dann auch das gesamte Haftungsrisiko privat." wil
Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, Westhavelländer, 28.07.2004
Bill Neubüser ist das, was man schlechthin einen Aussteiger nennt.
![]() Bill Neubüser und seine Bienen. Er machte ein Hobby zum Beruf. Foto: Gammert |
Wolsier (reh). Nach einem hervorragenden Abitur an der Gesamtschule „Bruno H. Bürgel" begann er in Berlin ein Studium der Zahnmedizin, das er aber abbrach. „Mir kam die Erkenntnis, dass ich in der Stadt nicht glücklich werde." Vor drei Jahren begann er dann auch mit der Bienenzucht. Aus zehn Völkern wurden schnell 60. Zurzeit sind es 40 Völker. Für Bill Neubüser bedeutete dies die Möglichkeit, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. So entstand die Havellandimkerei Wolsier. Zu seinem Glück konnte er einen ruinösen Dreiseitenhof in Wolsier ersteigern. „Für das Mindestgebot hatte ich das Geld in der Tasche", sagte Neubüser. „Hätte einer mehr geboten, hätte ich mir den Hof nicht leisten können." Hier in der Hauptstraße 6/7 will er nun seine Lebensphilosophie realisieren und auch anderen nahe bringen. Viel ist inzwischen passiert und auch das Nachbargrundstück konnte Bill Neubüser erwerben. Hier betreibt der junge Mann nun Landwirtschaft zur Selbstversorgung sowie seine Imkerei. Diese will er auch wieder populär machen. Er ist das beste Beispiel, dass auch junge Leute hierfür Interesse haben. Neubüser hat ständig Kinder auf seinem Hof. Die Wolsierer wissen inzwischen viel über Bienen und auch darüber, dass diese im Schwärm durchaus nicht gefährlich sind.
Natürlich will Neubüser seinen Honig und die Honigprodukte vermarkten. Ein wichtiges Mittel dafür ist heute das Internet. Im Ingenieurbüro Wodtke fand Neubüser einen Partner. Dennis Dahm schuf ihm eine Internetseite, die Neubüser aus jedem Internetcafe verändern kann. „Ich habe nämlich keinen Computer." Die eingehenden E-Mail werden in SMS umgewandelt und auf sein Handy gesendet. Seit Monatsbeginn steht die Seite unter www.havelland-imkerei.de im Netz. Und sie hatte bisher bereits 1.190 Besucher.
Um sich, seine Imkerei und seine Lebensphilosophie vorzustellen, lädt Bill Neubüser Interessenten und Gleichgesinnte vom 1. bis 5. August zu einem Workcamp ein. Eine Woche lang soll hier gearbeitet und die Freizeit verbracht werden. Geplant sind Touren durch den Naturpark sowie Lagerfeuer und anderes. Geschlafen wird im Heu. „Wer Sommerdusche und Plumpsklo erleben will, der ist herzlich willkommen." Und wenn es ein Erfolg wird, soll dieses Workcamp jährlich stattfinden. Den Abschluss bildet am 6. und 7. August ein Hoffest. Zu dem sind alle Interessenten eingeladen. Auch an diesem Tag gibt es Informationen zur Imkerei, das Ziegenmelken und vieles mehr. Ein Wochenendausflug lohnt sich auf alle Fälle. Oder wissen Sie wie Honig geschleudert wird?
Quelle: PreußenSpiegel, 28.07.2004
Havellandimkerei Wolsier lädt zu Workcamp und Hoffest ein
![]() Einen prüfenden Blick wirft Bill Neubüser auf die Arbeit „seiner" Bienen. Etwas fleißiger anschaffen könnten sie schon, mag er angesichts des Ertrages denken. Foto: Gammert |
Rathenow (alf).Große Unternehmen machen es vor: Ohne die Nutzung des Internets ist kaum noch eine vernünftige Geschäftsbeziehung aufrecht zu erhalten. Da wundert es nicht, wenn sich mit der Zeit auch Kleinstunternehmen, wie die Havellandimkerei Wolsier von Bill Neubüser, an das WorldWideWeb heranwagen, um mit dessen Hilfe neue Absatzmärkte zu erschließen. Vor drei Jahren hat Bill Neubüser begonnen, sich intensiv mit der Imkerei zu beschäftigen. Er begann mit zehn Völkern, jetzt hat er 40 Bienenvölker im Bestand. „Diese Völker sollen der Grundstein für meine Berufsimkerei sein und ein bedeutendes Standbein für das Projekt Havellandimkerei Wolsier", so Neubüser. hinter dem Projekt verbirgt sich nicht nur ein wirtschaftliches Interesse, sondern eine Lebensphilosophie. Neubüser hatte den Dreiseitenhof in Wolsier 2001 glücklich ersteigert und alsdann begonnen, ihn nach und nach auszubauen, „Die Landwirtschaft ist leider ein auslaufender Sektor, da muss man Nischen belegen, um überleben zu können", meint Neubüser. Weil der junge Landwirt von der Bedeutung eines professionellen Internetauftritts überzeugt war, suchte er sich auch Profis als Verbündete. Diese fand er im Böhner Ingenieurbüro Wodtke in Gestalt des jungen Programmierers Dennis Dahm. Das Webmodul-System vom IBE- Wodtke bot den besten Lösungsansatz,. zumal bei der Datenpflege auf den Programmhersteller verzichtet werden kann. „Als ersten Schritt haben wir eine "Corporate Identity" entwickelt. Typisch hierbei ist die gelbe Färbung der Seiten und als immer wiederkehrendes Motiv die Bienenwabe. Als Zweites denken wir an einen richtiger Internetshop, in dem alle Produkte per e-Mail erworben werden können", so Dennis Dahm, Neubüser, der nicht mal einen PC besitzt, werden sämtliche e-Mails an sein Handy weite r geleitet. Mit dessen Hilfe kann er auch auf Anfragen antworten. Um den Hof in Wolsier etwas bekannter zu machen und junge Leute an das Landleben heranzuführen, veranstaltet Neubüser vom i. bis 5. August ein Workcamp, zu dem er aufgeschlossene Leute erwartet. Am 6. und 7. August sollen „Arbeiter" und Gäste sich bei einem zünftigen Hoffest amüsieren. Unter der Funktelefonnummer: 0173/2132686 ist Bill Neubüser mit seinen Angeboten erreichbar, Informationen zu Workcamp und Hoffest sind hier ebenfalls erhältlich. www.havelland-imkerei.de
Quelle: BRAWO, 21.07.2004
Bill Neubüser ist Herr über 40 Bienenvölker
![]() Bill Neubüser ist nicht nur Imker mit Leib und Seele, sondern auch einer der jüngsten Stadtverordneten im Rathenower Kommunalparlament. Foto: Gammert |
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