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Heimliche Attacken aus Brasilien

Internationale Hacker starten weltweit neue Angriffe auf Webseiten

heimlicher Zugriff auf den PC
Unheimlicher Angriff: Kriminelle Hacker aus aller Welt können harmlose Internetseiten für ihre dubiosen Zwecke missbrauchen, ohne dass der Betreiber etwas bemerkt.

Die Freude bei den Betreibern des Havelland-Kiosk war groß: Im Gästebuch ihrer Internetseite fanden sich kürzlich Einträge in englischer Sprache. Doch der Jubel war kurz. Die Einträge beinhalteten Links zu Internet-Seiten, die mit dem Anliegen des Kiosks nicht das Geringste zu tun hat. Es handelte sich um harmlose Seiten, doch hätten sie auch zu Seiten mit strafbaren Inhalten weisen können. Solche Vorfälle häufen sich, weiß Dennis Dahm, Software-Entwickler des Böhner Ingenieurbüros IBE Wodtke. Das Problem: Der arg- und ahnungslose Webseiten-Betreiber kann dafür rechtlich belangt werden. Viele glauben zwar, dass sie sich davor schützen, indem sie auf ihren Seiten ihre Distanzierung von Seiten vermerken, zu denen sie verlinkt sind. Doch gibt es laut Dahm inzwischen Urteile, in denen der Spruch genau umgekehrt, nämlich als Vorsatz ausgelegt wurde: „Da ist etwa so, als wenn ich in meinem Auto den Schlüssel stecken lasse und einen Zettel reinlege: Ich distanziere mich davon, wenn damit eine Straftat begeht." 
Eine andere Vorgehensweise ist krimineller, aber schwerer zu erkennen: Es gibt Hacker, die harmlose Internetseiten benutzen, um E-Mails mit dubiosen Inhalten, so genannte „Spams", zu Tausenden zu verschicken, ohne dass der Betreiber davon etwas merkt. Problem für den Betreiber: Seine Seite wird beim Adressaten  als   Absender  genannt: „Die Folgen für ihn können Abmahnungen oder bei kriminellen Inhalten sogar Anklagen   sein",   so   Hans-Jürgen Wodtke. Die kriminellen  Eindringlinge nutzen auszufüllende Formulare, um in das System einzudringen und für ihre Zwecke zu benutzen: „Ein Anzeichen dafür ist zum Beispiel, wenn die Internetseite plötzliche stark ansteigende Aufrufe aus dem Ausland erhält", so Dahm.
Den beiden Experten sind Vorfälle bekannt, in denen Internetseiten aus dem Havelland z.B. von Brasilien aus befallen wurden. Um so wichtiger ist es, jetzt etwas dagegen zu tun. Webseiten-Besitzer sollten ganz einfach öfter ihre Internet-Statistik überprüfen. Nehmen die Zugriffe auf ihre Seite aus unerklärlichen Gründen drastisch zu, stimmt etwas nicht. Dann spätestens sollten sie handeln. Es gibt auch Möglichkeiten, ihre Seiten von vornherein sicherer zu machen. So rät Hans-Jürgen Wodtke dringend davon ab, Formular-Module oder Gästebücher aus unsicheren oder semiprofessionellen Quellen auf die Internetseiten zu setzen. Im Zweifelsfall können Betreiber von Webseiten immer noch Profis beauftragen, die ihre Seite überprüfen und sichern. Vor unerwünschten links im Gästebuch ist der Schutz ebenfalls möglich.
Statt des „Distanzierungs"-Spruchs sollten die Betreiber vermerken: „Wir bemühen uns, unsere Seiten vor unlauteren Verlinkungen sauber zu halten." Dennis Dahm: „Diese Variante gibt den Betreibern eine Frist, innerhalb derer solche links gelöscht werden müssen."
Quelle: BRAWO vom 25.06.2006 Foto. Erik Nagel


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