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Vor fünf Jahren organisierten einige regionalgeschichtlich Interessierte im Rahmen der Böhner Geschichtswerkstat eine Veranstaltung in Böhne. Thema war die Zeit unmittelbar vor und nach dem Kriegsende in unserer Region. In der Folge entstand mit Unterstützung Geschichtsinteressierter ein lesenswertes Heftchen mit den wichtigsten Beiträgen dieser Geschichtswerkstatt. Redaktionell verantwortlich waren für das schnell vergriffene Dokument unserer Regionalgeschichten Nadine und Hans- Jürgen Wodtke. Produziert wurde die 1. Broschüre bei wodtke media
Collage wodtke media
Aktuell befindet sich eine Ergänzung der 1. Broschüre kurz vor der Vermarktung. Doch noch ist die Broschüre nicht komplett fertig. Die Macher benötigen dazu jedoch nur noch wenige Tage.
Schon jetzt können sich alle mit der Regionalgeschichte Verbundenen auf eine weitere interessante Lektüre mit vielen neuen Erlebnisberichten und historischem Bildmaterial aus Rathenow und der angrenzenden Region freuen.
Hier auf der Webseite können sich Interessierte über den geplanten Inhalt und den stets aktuellen Abarbeitungsstand der Broschüre informieren.
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Die letzten Tage im Krieg und die ersten Wochen im Frieden
in der Region um Rathenow
Teil 2
Autoren: Christiane Hörstge und Hans- Jürgen Wodtke
1. Wie ich das Kriegsende in der Region erlebte
Johannes Hoffrogge
Johannes Hoffrogge erlebte mit 22 Jahren wie die russischen Truppen in Rathenow einmarschierten. Er flüchtete von einem Ort in den Nächsten: erst nach Grütz, von Grütz wieder zurück nach Rathenow und dann nach Berlin. In Grütz freundete er sich mit dem russischen Oberst Alexander an. Erst nachdem er 6 Wochen in Berlin ausharrte, bekam er die Genehmigung in seine Heimat Langeoog auszureisen.
2. Die letzten Kriegstage und die ersten Nachkriegswochen in der Rathenower Innenstadt
Prof. Dr. Horst Müller
Der damals 14 jährige Horst Müller entkam mit seinen Eltern dem umkämpften Rathenow nach Göttlin. Sie kamen zunächst in einem einfachen Kartoffelkeller unter. Der sehnsüchtige Blick auf ihre Heimatstadt Rathenow war entmutigend, da alles in Trümmern lag. Zudem raubten die Russen sie aus. Selbst in der unmittelbaren Nachkriegszeit war es für die Familie schwer, zurück in ihr altes Leben zu finden, da sie in einer Trümmerlandschaft leben mussten. Erst ab Sommer 1945 gelang den Müllers erst wieder ein bescheidenes Leben. Collage wodtke media
3. Wie ich das Ende des Krieges in Rathenow erlebte
Dr. Hans-Gerhard Müller
Hans-Gerhard Müller, damals 14 jährig, musste mit seiner Mutter das eigene Haus fluchtartig verlassen, da sie „ausgebombt“ wurden. Er erlebte mit, wie sich das Leben der Rathenower Bewohner ins Grauen verwandelte. Er selbst konnte nicht mehr zur Schule gehen. Auch in der unmittelbaren Nachkriegszeit durchlebte er fürchterliche Perioden, da die Lebensmittel knapp waren und es nur zeitweise Strom und Wasser gab.
4. Erinnerungen an die letzten Kriegstage im April und Mai 1945 im Norden Rathenows hinter der russischen Front
Dr. rer. nat. Werner Lippert
Werner Lippert musste als gerade einmal 14 Jähriger miterleben, wie durch die Kämpfe um Rathenow sein Elternhaus und die übrige Stadt teilweise zerstört wurde. Unmittelbar nach Ende der Kampfhandlungen machte er sich mit seinen Kameraden auf den Weg, um durch die völlig zerstörten Straßen zu ziehen. Ihm wurde ein Bild des Erschreckens geboten. Hier wurde ihm das volle Ausmaß des Krieges bewusst.
5. Die Flucht und danach
Gertrud Ryssowski
Als junges Mädchen hat Gertrud Ryssowski in den letzten Tagen des Krieges eine schlimme Zeit durchleben müssen. Ihr Vater war im Krieg. Ihre Mutter musste mit den drei Kindern alleine von Rathenow flüchten, da die Stadt unter starken Beschuss stand. Gertrud Ryssowski war viel auf sich alleine gestellt, doch der starke Zusammenhalt der Mutter und ihrer Kinder führte dazu, dass sie selbst die schwersten Momente überlebten.
6. Als 16 jähriger and die Front
Hubert Hofbauer
Der 16 Jahre junge Soldat Hubert Hofbauer kam völlig erschöpft und ausgehungert in Großwudicke an, denn er hatte seit zwei Tagen nichts mehr gegessen. In einem Versteck fand er faulige Kartoffeln und Rüben. Aus der Not heraus fertigte Hubert Hofbauer eine kleine provisorische Kochstelle an. So konnten er und andere hungrige Soldaten die Kartoffeln und Rüben kochen, die sie dann genussvoll aßen.
7. Meine Erinnerungen an das Kriegsende in Böhne und die Zeit danach
Erinnerungen von Alfons Stachowiak
Aufgezeichnet von Christiane Höstge
Mit seiner Mutter und seinen Geschwistern wurden der damals 13 jährige Alfons Stachowiak, am 14. Juni 1944 von den Russen aus ihrer Heimatstadt Krakau im heutigen Polen vertrieben. Sie gelangten über Umwege nach Böhne, wo er und seine Familie weiter ums tägliche Überleben kämpfen mussten. Auf ihrem Weg der Fluch hatten sie nahezu alles verloren.
8. Böhne vor mehr als 60 Jahren
Käthe Neuling
Käthe Neuling erinnert sich mit Schrecken, dass 1945 über die Havel hinweg auch ihr Dorf Böhne beschossen wurde. Glücklicherweise blieb das Dorf vor größeren Angriffen verschont. Die Böhner Einwohner mussten damals viele Familien aus dem gesamten Reichsgebiet aufnehmen.
9. Ich war 13 Jahre, als der Krieg zu Ende war
Erinnerungen von Fritz Burgemeister
Aufgezeichnet von Ronsard S. Grell
Fritz Burgemeister, ein Berliner Bengel des Jahrgangs ’36, erzählt in dieser Geschichte, wie es ihm und seiner Familie in den letzten Monaten des II. Weltkrieges und später unter russischer Besatzung ergangen ist. „Fritze“ hatte das große Glück, mit Mutter und Schwester aus der Reichshauptstadt Berlin evakuiert zu werden und in dem kleinen Dorf Böhne unterzukommen, in dem die Familie ein kleines Haus ihr Eigen nannte und noch immer nennt…
Stand: 4. November 2010
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